Angst, das muss nicht mehr sein!

Die Angst ist längst eines der beherrschenden Themen unserer Zeit geworden. Die Psychologen raten, mehr oder weniger darüber zu reden, je nachdem, was gerade „Mode“ ist. Die Vergnügungsindustrie denkt sich immer neue Maschen aus, damit man seine Angst für einige Stunden vergessen kann. Die Pharmaindustrie bringt immer neue Mittel auf den Markt, die Angst zu betäuben oder zu dämpfen. Die Psychotherapeuten versuchen ihren Klienten zu helfen, mit der Angst zu leben. Unzählige Sündenböcke werden gesucht und gefunden, auf welche die eigenen Ängste projiziert werden können (Ausländer, Asylbewerber, Juden, Behinderte, Unternehmer, Gewerkschaften). Aber der Angst selbst kommen sie alle nicht bei. Sie verschlingt täglich neue Opfer.

Wir wollen uns heute kurz mit den Ursachen, den Folgen und der Überwindung der Angst befassen. Und dabei werde ich von Jesus Christus sprechen, der als einziger wirklich mit der Angst fertig werden kann. - Wer aufmerksam durchs Leben geht und wahrnimmt, was die Angst in Familien, Schulen, am Arbeitsplatz und in der Politik anrichtet, der kann nicht schweigen, wenn er im Worte Gottes einen Ausweg aus diesem Teufelskreis gefunden hat. - Überall da, wo Jesus Christus dankbar aufgenommen wird, erweist Er auch heute noch Seine lebensverändernde und angst-überwindende Macht.

1. Die Ursachen der Angst

Die tiefste Ursache aller Angst ist der TOD. Er ist die Folge der Trennung des Menschen von Gott („Der Lohn der Sünde ist der Tod; aber die Gnadengabe Gottes ist das ewige Leben in Christus Jesus, unserem Herrn.“ Römer 6,23). Das bedeutet: Ohne eine persönliche Beziehung zu Gott, d.h. zu Jesus Christus, ist der Mensch zur Angst verurteilt und tot.

Bereits die Urgeschichte lehrt uns das. Im dem Augenblick, wo der Mensch Gott verliert, packt ihn die Angst. Das Losreißen von Gott macht ihn zum Sklaven der Angst. Noch hatte sich in der Umwelt des Menschen nichts geändert. Es gab kein wildes Tier und keine Waffe bedrohte ihn. Er wusste noch nichts von Krankheit und Tod. Noch war er mitten im Paradies. Aber schon saß die Angst in seinem Herzen. (1. Mose 3,8-10) Er fürchtete sich vor Gott.

Die Sünde ist so persönlichkeitszerstörend, dass sie dort Angst auslöst, wo Liebe, Freude, Geborgenheit bisher selbstverständlich waren. Hatte Gott sich geändert? Nein, sondern der Mensch! - Seitdem wird der Mensch von Angst beherrscht, weil der Tod in seinem Leben jede Glückssituation bedroht. (Angst der Eltern um die Kinder und umgekehrt, Angst um die Gesundheit, den Arbeitsplatz...) Da hat man gerade allerlei erreicht und doch stellt sich die erhoffte Zufriedenheit nicht ein. Eine undefinierbare Angst (Furcht hat klar erkennbare Ursachen) drängt sich immer wieder in unser Bewusstsein.

Die Angst vor dem Tod, die uns gefangen hält, ist die Angst vor dem Verlust alles dessen, was das Leben für uns ausmacht, aller ehrgeizigen Ziele, aller Wünsche und Hoffnungen, die sich um uns selbst drehen. ABER durch die bewusst aufgenommene Beziehung zu Christus dem Todesüberwinder, kannst du deine Angst überwinden!

Eine weitere Ursache von Angst ist die UNKENNTNIS GOTTES („Mein Volk geht zugrunde aus Mangel an Erkenntnis..“ Hosea 4,6). Die Menschen haben Gott verlassen. Alles Unbekannte macht uns Angst. Dabei muss Gott überhaupt niemandem unbekannt bleiben. Er kam in Jesus auf diese Erde, um uns Seine Liebe zu zeigen. Und damit wir Ihm auch ja glauben, hat Er sogar Sein Leben für uns gegeben. - Liebe kann man sich gegenseitig nur glauben. Glaube Gott, dass ER dich liebt! Lass' dich in eine ganz persönliche Beziehung zu dem Retter Jesus Christus einladen. So kannst du deine Angst überwinden! Christen sind befreit von der Traumwelt der Verleugnung, der Flucht und der Ablenkung. Wir können jetzt in voller Kenntnis des Todes leben und brauchen keine Angst zu haben oder uns selbst zu täuschen.

Eine weitere Ursache der Angst ist die Verwechslung von „EIGENTUM“ und „AUFTRAG“ (siehe Matthäus 21,33-35). Der Weinberg war den Pächtern mit dem Auftrag anvertraut worden, einen guten Ertrag für den Eigentümer zu erwirtschaften. Aber die Weingärtner betrachteten den Weinberg bald als ihr Eigentum und weigerten sich ihren Auftrag zu erfüllen. So kamen sie in Schwierigkeiten und später in Angst. -- Das ist bei Menschen, die von Gott Empfangenes nicht mehr als Auftrag, sondern als Eigentum ansehen, bis heute so: Sie haben Angst, das Anvertraute zu verlieren! Wer z.B. sein Leben, seine Zeit, seine Fähigkeiten, sein Geld usw. nicht mehr als Auftrag Gottes, sondern als sein persönliches Eigentum ansieht, der hat Angst, all dies zu verlieren.

Betrachte dein Leben neu als göttlichen Auftrag. ER steht dir bei, ihn auszuführen. Gott achtet auf Sein Eigentum. Du brauchst keine Angst mehr darum zu haben!

Zu diesem Problemkreis gehört auch die Angst davor, die ZUSTIMMUNG, das Wohlwollen, die Freundschaft der MITMENSCHEN in Schule, Arbeit oder sogar in der Gemeinde zu verlieren, wenn wir treu zu unserem Herrn und Seinem Wort stehen. Die Menschenfurcht ist m.E. die größte Einzelursache für hinausgeschobene Entscheidungen für Christus. Menschenfurcht tötet jedes echte Christsein, weil sie sich auf Menschen, statt auf Christus konzentriert.

Wer sein Eigenleben retten will, wer selbst für sich sorgen will, der hält die Angst um sein Leben fest und wird es auf diesem Weg sicher verlieren. Denn die Angst um mein Leben kann den Tod nicht verhindern, sie beschleunigt ihn nur! („Denn wer sein Leben retten will, der wird es verlieren; wer aber sein Leben um meinetwillen verliert, der wird es gewinnen.“ Matthäus 16,25) - Nur durch die bewusst aufgenommene Beziehung zu Christus dem Herrn, kannst du deine Angst überwinden!

2. Die Folgen der Angst

Mehr als uns bewusst ist, leiden wir an den Folgen unserer Ängste. Viele Probleme, mit denen ich in der Seelsorge zu tun habe, haben ihre Ursachen in uns oft unbewussten Ängsten. Angst ist kein isoliertes Phänomen. Sie entsteht, so haben wir gesehen, immer dort, wo ein Mensch seine Geborgenheit verliert und die hat zutiefst etwas mit Gott zu tun.

Viele Menschen, auch Christen, klagen über ihre UNFÄHIGKEIT ZU GLAUBEN, zu vertrauen. Eine wichtige Ursache hierfür ist ihre Angst. Wenn ich vor jemandem Angst habe, kann ich ihm nicht vertrauen. Angst-machendem begegne ich mit Abwehr und Misstrauen. Weil viele Menschen Gott nicht, oder nicht richtig kennen, haben sie Angst vor Ihm und können Ihm aus diesem Grunde nicht vertrauen (Lukas 19,20f). Häufig gesteht man sich gerade diese Angst nicht ein und deshalb kann sie nicht erkannt und überwunden werden.

In derselben Art und Weise wie wir Gott begegnen, nähern wir uns auch Seinem WORT. Viele Zweifel an Gottes Wort haben ihre Ursache in der oft sehr tiefsitzenden Angst vor Gott. Menschen, die Angst vor Gott haben, werden deshalb z.B. auch selten wirkliche Heilsgewissheit haben (1. Johannes 5,13). - Du kannst Gott immer besser kennenlernen und wirst merken: Er ist absolut vertrauenswürdig!

Eine bestimmte Art von Übermut und REBELLION sind ebenfalls Folgen der Angst. Besonders junge Menschen wollen soviel wie möglich vom Leben „haben“. Sie stürzen sich auf die verschiedensten Angebote, aus Angst etwas zu verpassen, aus Angst vor dem Letzten, - dem Tod.

Im Gleichnis von den Weingärtnern sehen wir: Ihre Rebellion gegen den Herrn des Weinbergs, ihren Auftraggeber, begann relativ harmlos damit, dass sie Ihn vergessen wollten. Dann wandten sie sich gegen die, welche Seine Ansprüche geltend machten. Dies geschah letzten Endes aus Angst vor der Rechenschaft über das Anvertraute, das sie längst für sich verbraucht hatten.

(Ein Beispiel: Wenn ich jemandem € 1000.- wegnehme und mir davon etwas Schönes kaufe, dann lebe ich in der Angst, dass der Diebstahl entdeckt wird, ich das Schöne wieder hergeben muss und dass ich zudem noch bestraft und als Dieb entlarvt werde. Ich habe Angst, dass ich das längst verbrauchte Geld wieder zurückgeben muss.) Wer vom Geraubten lebt, der lebt in Angst und eine Folge der Angst ist Rebellion. Wie viel sogenannter „Atheismus“ ist nur eine Angstreaktion, ein Versuch, vor Gott wegzulaufen. - Gib' deinen Widerstand gegen Gott auf. Er ist ein guter Herr und in der Lage, dir prallgefülltes Leben zu schenken, wenn du es von Ihm erbittest! (Jesus sagt „Ich bin gekommen, damit sie das Leben haben und es im Überfluss haben.“ Johannes 10,10)

Darüber-hinaus wissen wir heute, dass KÖRPERLICHE LEIDEN verschiedenster Art, DEPRESSIONEN und die FLUCHT in Alkohol und Drogen weitere Folgen von Angst sein können. Angst ist eine der schlimmsten, weil wirkungsvollsten Waffen des Feindes Gottes und der Menschen. - Aber in der Lebensgemeinschaft mit Jesus kannst du deine Angst überwinden!

3. Die Überwindung der Angst

Kein Mensch kann mit seiner Angst allein fertig werden, weil niemand solange er lebt mit dem Tod fertig wird. Aber gerade hier haben wir „Evangelium“ weiterzusagen: Jesus hat die Sünde, den Tod und alle seine Vorboten überwunden und will uns Anteil an diesem Leben geben.

Deshalb laden wir jeden Menschen ein, Jesus persönlich kennenzulernen, damit noch viele zu Ihm Vertrauen fassen und so erleben, wie ER ihre Angst überwindet. Das geschieht nicht über Nacht, aber Jesus wird sich auch in deinem Leben stärker als deine Angst erweisen! Viele Christen haben es ebenfalls nötig, ihr falsches, angst-machendes Gottesbild unter dem sie leiden, zu revidieren, und Gott in Jesus Christus so kennenzulernen, wie die Bibel Ihn uns wirklich zeigt. - Sag' Ihm im Gebet, was dich ängstigt, d.h. auch: Bekenne deine Sünden! Bitte Ihn darum, sie dir zu vergeben, Er tut es wirklich.

Die Beseitigung der Angst ist durch die Tat Jesu ermöglicht worden, die den Tod vernichtete. Mit dem Tod Jesu ist die Ursache deiner und meiner Angst (die Sünde, die Entfremdung von Gott, Seiner Schöpfung und mir selbst) vernichtet worden. Die göttliche Therapie setzt also nicht bei meinen Angstgefühlen an, sondern bei der Ursache d.h. der Sünde, dem Tod und den Mächten, die mich von Gott fernhalten, die mich binden, blockieren und in Angst festhalten wollen (Hebräer 2,14-15).

Sie wurden durch Jesus den Auferstandenen auch für dich lieber Christ besiegt („Gott aber sei Dank, der uns den Sieg gibt durch unseren Herrn Jesus Christus!“ 1. Korinther 15,57), sodass du jetzt sprechen kannst: „Weil Jesus besiegt hat, was mich kaputtmacht, kann ich ohne Angst leben!“ - Ist Er schon dein Herr? Danke IHM dafür, dass Er dich angenommen hat! Im Danken bringst du zum Ausdruck, dass du dieses Geschenk Jesu angenommen hast.

Die Angst wird da bewältigt, wo ich mich dem anvertraue, der unvergängliches Leben gibt. Deshalb musst du dich entscheiden: Entweder nimmst du weiterhin deine Angst d.h. dich selbst ernst, oder du nimmst Jesus ernst. Entweder hängst du dich an Ihn oder du vertraust weiter auf dich („Dies habe Ich zu euch geredet, damit ihr in Mir Frieden habt. In der Welt habt ihr Bedrängnis; aber seid getrost, Ich habe die Welt überwunden!“ Johannes 16,33). - Sprich Jesus in einem schlichten Gebet dein Vertrauen aus! Hänge dich an Ihn. ER hält dich fest. ER überwindet deine Angst. In der Nachfolge Jesu lernst du, dass der Blick auf die Gefahr, die dich bedroht und dir Angst macht, letzten Endes ein Blick auf dich selbst ist. GLAUBEN dagegen heißt, den Blick von dir weg und Jesus zu wenden (Markus 4,40; Hebräer 12,1-2). GLAUBE IST BLICKWECHSEL AUF JESUS HIN. - („Fürchte dich nicht, denn Ich habe dich erlöst! Ich habe dich bei deinem Namen gerufen; du bist Mein.“ Jesaja 43,1)

Gottes Wort ist kein Parteiprogramm, von dem man hinterher merkt, dass es nur große Worte waren. Gottes Reden ist kreatives Geschehen. -- Wenn Gott dir sagt: „Fürchte dich nicht..!“ dann gibt es für dich keinen Grund mehr, dich zu fürchten. Wenn wir Ihm vertrauen gehören wir IHM. Dann sind wir Sein EIGENTUM durch Schöpfung und Freikauf. Bist du schon Sein BESITZ? Hast du dich Ihm schon anvertraut? Kann Er dir schon wohltun? Kann Er dich für Seine Ziele einsetzen? Er passt auf Seinen Besitz auf! Du musst keine Angst mehr haben!„Frieden hinterlasse Ich euch; Meinen Frieden gebe Ich euch. Nicht wie die Welt gibt, gebe Ich euch; euer Herz erschrecke nicht und verzage nicht!“ (Johannes 14,27)

Manfred Herold

Manfred Herold