Wie man effektiv lernt.

Eine grundlegende, lebenslang bedeutende Herausforderung für jeden Menschen ist das Lernen. Auch die Bibel fordert sowohl im Alten als auch im Neuen Testament die Menschen auf zu lernen.

Aber, was bedeutet „lernen“? Und wie macht man das? Ich kann mich weder in der Grundschule, noch im Gymnasium, noch später im Studium daran erinnern, jemals darin unterrichtet worden zu sein, wie man lernt. Es wurde stets vorausgesetzt, dass jeder das weiß und es deshalb auch tut. - Aber stimmt das? Da das Lernen auch für Christen existenziell wichtig ist, will ich versuchen, einiges hoffentlich hilfreiche, heute dazu zu sagen. - Das Ziel echten Lernens ist Veränderung. (Von dumm zu klug, von unfähig zu fähig, von schwach zu stark) Wie aber kommt es zu echter Veränderung? Was und wie müssen wir lernen, damit wir die von Gott gewünschte Veränderung, nämlich in das Bild des Sohnes Gottes umgestaltet zu werden, erleben?

Gott hat zu den Menschen gesprochen, ihnen Talente, Aufgaben, Maßstäbe, Gebote, Möglichkeiten, Verbote und Zusagen gegeben, nach denen sie ihr Leben und Zusammenleben einrichten sollen, damit es gelingt. Und Jesus befahl Seinen Jüngern ausdrücklich: „Lernt von Mir!“ (Matthäus 11,29) - Wie gelingt effektives lernen? Hier ist es wichtig, bevor wir die Spielregeln kennenlernen, den Schöpfer, den Meister der Regeln kennenzulernen!

1. Ich lerne Gott nur mit einem „neuen“ Herzen kennen.

Zuerst müssen wir uns mit dem Grundproblem aller Menschen beschäftigen: Jeder Mensch, der auf die Welt kommt, ist geistlich tot (Epheser 2,1+5). Deshalb kann er Gott nicht hören. Der natürliche Mensch ist taub für Gott, weil er geistlich tot ist, d.h. er hat kein Leben aus Gott. Darüber hinaus wollen viele Menschen, die Gott bereits angerührt hat, Gottes Wort einfach nicht hören. Es beunruhigt sie, ärgert sie, zeigt ihnen ihre Sünde, straft ihr Gewissen... - Was das Herz nicht will, lässt der Kopf nicht rein.

Gott aber kennt dieses Problem. Deshalb versprach Er schon durch Hesekiel Seinem Volk: „Und Ich will euch ein neues Herz geben und einen neuen Geist in euer Inneres legen...“ (Hesekiel 36,26) Der Mensch benötigt also ein neues Herz, d.h. Leben aus Gott, um recht hören zu können. Das schenkt Gott durch die Wiedergeburt, welche durch das Wort Gottes gewirkt wird („..ihr seid wiedergeboren nicht aus vergänglichem, sondern aus unvergänglichem Samen, durch das lebendige Wort Gottes, das in Ewigkeit bleibt.“ 1. Petrus 1,23). „Und euch, als ihr tot wart in den Vergehungen und der Vorhaut eures Fleisches, hat Er mit-lebendig gemacht mit Ihm, indem Er uns alle Vergehungen vergeben hat.“ (Kolosser 2,13)

Wer nach dem Motto lebt: „Ich will so bleiben wie ich bin!“ - ist auf dumme Weise stolz, unwillig zu lernen und hält jede Veränderung bei sich für überflüssig. Aber beachten wir: Ein Wesen, das sich nicht mehr verändert, ist tot.

Deshalb: Bekenne Gott deine Unwilligkeit auf Gottes Wort zu hören und bitte Ihn, dass Er dir ein neues Herz schenkt, d.h. in dir sowohl das rechte Wollen als auch das Vollbringen rechten Hörens schafft. (Philipper 2,13) Wer kein neues Herz hat, kann Gott nicht kennenlernen!

Und vergiss das Danken nicht! Anhaltender Dank ist Zeichen und angemessener Ausdruck des Festhaltens und Genießens der empfangenen Segnungen Gottes. Deshalb hilft Danksagung gegen das Vergessen!

Die Wiedergeburt ist ausschließlich Gottes Werk und doch nehmen wir, als in Sünde tote Menschen, die Gabe des ewigen Lebens dankbar an.

2. Ich lerne durch konzentriertes Hinhören.

Von der wohlhabenden Lydia heißt es in Apostelgeschichte 16,14: „..der Herr tat ihr das Herz auf, sodass sie aufmerksam achtgab auf das, was von Paulus geredet wurde.“ Der Herr gab ihr ein neues Herz und das führte dazu, dass sie auf die Worte des Paulus achtgab, also konzentriert zuhörte, d.h. sie achtete es als Gottes Wort.

Jeremia bezeugt von sich: „Jeden Morgen weckt Er mir das Ohr, damit ich wie ein Jünger höre.“ (Jeremia 50,4) Gott weckt das Ohr, der Jünger hört. Beides ist wichtig.

Und in Apostelgeschichte 10,19 heißt es: „Während Petrus noch immer über das Gesicht nachdachte, sprach der Geist zu ihm: Da sind drei Männer, die dich suchen.“ Im auf Gott ausgerichtetem, hörendem Nachdenken kann der Heilige Geist zu Menschen reden. Beides ist wichtig: Hörbereitschaft und Bereitschaft zum Durchdenken des Gehörten.

Auf wen du hörst, von dem lernst du. Achte deshalb sorgfältig darauf, wem du dein Ohr leihst. Die Bibel sagt: „..der Glaube kommt aus dem Hören..“ (Römer 10,17) Durch konzentriertes Hinhören auf das Wort Gottes, verbunden mit ernstem Nachdenken darüber, erwächst der Glaube. Wer nicht zuhört, lernt nichts.

Vergiss das Danken nicht! Anhaltender Dank ist Zeichen und angemessener Ausdruck des Festhaltens und Genießens der empfangenen Segnungen Gottes. Deshalb hilft Danksagung gegen das Vergessen!

Dabei sind wir als Menschen immer ganz beteiligt und rechnen zugleich mit dem Wirken des Heiligen Geistes in uns!

3. Ich lerne durch rechtes Verstehen.

Etwas konzentriert zu hören ist eine Sache, entscheidend ist jedoch, das Gehörte zu verstehen. Du kannst mir laut und deutlich ein schönes Gedicht in spanischer Sprache vortragen, es nützt mir nichts, denn ich verstehe kein spanisch.

So ist das auch mit dem Evangelium. Es reicht nicht, es zu hören, es muss recht verstanden und von Herzen bejaht werden. Apostelgeschichte 8,30-31: „Philippus lief hinzu und hörte ihn den Propheten Jesaja lesen; und er sprach: Verstehst du auch, was du liest? Er aber sprach: Wie kann ich denn, wenn mich nicht jemand anleitet? Und er bat Philippus, aufzusteigen und sich zu ihm zu setzen.“ Philippus tat das und erklärte ihm was „Evangelium“ bedeutet: „Frohe Bot-schaft“, „Gute Nachricht“. Und wie lautet sie? „Jesus von Nazareth, der Sohn Gottes wurde Mensch, lebte ein sündloses Leben, starb für unsere Sünden, wurde begraben, ist am dritten Tag auferstanden von den Toten und ist heute lebendig.“ (Römer 4,25; 1. Korinther 15,1-6) Hast du das schon verstanden und von Herzen für dich persönlich bejaht?

Jesus sagte ausdrücklich: „..lehrt sie alles halten, was ich euch befohlen habe..“ (Matthäus 28,19-20) Wir haben oft nur „alles gelehrt“ und unklar blieb, wie das Gelehrte umgesetzt, eingehalten werden muss. (Bleistift - halten)

Weißt du, was „Sünde“ bedeutet? Kannst du das einem Unwissenden erklären? Sünde, so wie sie die Bibel versteht ist nicht in erster Linie das, was Menschen allgemein darunter verstehen: lügen, stehlen, verleumden, die Ehe brechen. Das sind alles Symptome des inneren Totalschadens, mit dem jeder Mensch auf die Welt kommt, nämlich des sich von Gott losgerissenen Lebens, des Lebens in Eigennutz und Egoismus. Sünde ist Selbstanbetung statt Gottes-Anbetung!

Gott sprach durch Jeremia: „Denn mein Volk hat eine zweifache Sünde begangen: Mich, die Quelle des lebendigen Wassers, haben sie verlassen, um sich Zisternen zu graben, löchrige Zisternen, die kein Wasser halten!“ (Jeremia 2,13) Wer nicht versteht, lernt nicht wirklich.

Vergiss das Danken nicht! Anhaltender Dank ist Zeichen und angemessener Ausdruck des Festhaltens und Genießens der empfangenen Segnungen Gottes. Deshalb hilft Danksagung gegen das Vergessen!

Auch beim Verstehen sind wir Menschen immer ganz beteiligt, rechnen aber zugleich mit dem mächtigen Wirken des Heiligen Geistes in uns!

4. Ich lerne durch tiefes Einprägen.

Auf das Hören und Verstehen muss das tiefe Einprägen, auswendig-lernen kommen. Denn es nützt mir gar nichts, wenn ich die chemische Formel zwar gehört und in der Vorlesung auch verstanden habe, zu Hause angekommen ist aber alles weg.

Ich muss mir das Gehörte und Verstandene gut einprägen, auswendig lernen, immer wieder nachvollziehen, es anderen weitergeben, sodass auch sie es verstehen. Das ist übrigens eine besonders gute Lernmethode. So halte ich die gelernten Einsichten wach und wirksam.

Wenn der Zeuge eines Ereignisses das erlebte Geschehen vergisst, ist er kein brauchbarer Zeuge mehr. Deshalb gilt: Geschenktes, Erlebtes durch Dankbarkeit wachhalten („Seid ausdauernd im Gebet und wacht darin mit Danksagung.“ Kolosser 4,2) Nur wenn ich für Erfahrenes, Erlebtes, Geschenktes dankbar bin und bleibe, bin ich geistlich wach. Dankbarkeit für das bereits Gelernte ist ein oft nicht genügend beachteter Teil echten Lernens. Also, wer sich nichts einprägt, lernt nichts.

Vergiss das Danken nicht! Anhaltender Dank ist Zeichen und angemessener Ausdruck des Festhaltens und Genießens der empfangenen Segnungen Gottes. Deshalb hilft Danksagung gegen das Vergessen!

Auch beim Einprägen sind wir als Menschen immer ganz beteiligt, rechnen aber zugleich mit dem Wirken des Heiligen Geistes in uns!

5. Ich lerne durch rechtzeitiges Erinnern.

Irgendwann folgt die Klausur, die Prüfung, der Ernstfall. Dann ist es entscheidend, ob ich mich an das Gehörte, Verstandene, Eingeprägte erinnern kann. Ich mag noch so gut gehört, gelernt, eingeprägt haben, wenn ich mich in der entscheidenden Stunde nicht mehr daran erinnern kann, war alles umsonst.

Wacht, steht fest im Glauben, seid mannhaft, seid stark!“ (1. Korinther 16,13) „Seid nüchtern und wacht! Denn euer Widersacher, der Teufel, geht umher wie ein brüllender Löwe und sucht, wen er verschlingen kann.“ (1. Petrus 5,8) „Habt acht, wacht und betet! Denn ihr wisst nicht, wann die Zeit da ist.“ (Markus 13,33)

Deshalb „erinnern“ die Apostel die ersten Christen immer wieder an Gehörtes, Gelerntes, damit sie es in der Versuchung anwenden können: „Darum will ich es nicht versäumen, euch stets an diese Dinge zu erinnern, obwohl ihr sie kennt und in der [bei euch] vorhandenen Wahrheit fest gegründet seid.“ (2. Petrus 1,12)

„Ich will euch aber daran erinnern, obgleich ihr dies ja schon wisst..“ (Judas 5) Deshalb feiern wir das Abendmahl: Wir sollen uns an die Leiden und das Sterben Jesu erinnern. Abgespeichertes Wissen allein genügt nicht, man muss sich in der Prüfungssituation daran erinnern. Wer sich nicht erinnert, lernt nichts.

Vergiss das Danken nicht! Anhaltender Dank ist Zeichen und angemessener Ausdruck des Festhaltens und Genießens der empfangenen Segnungen Gottes. Deshalb hilft Danksagung gegen das Vergessen!

Beim Erinnern sind wir als Menschen immer ganz beteiligt, rechnen aber zugleich mit dem Wirken des Heiligen Geistes in uns!

6. Ich lerne durch konkretes Tun.

Jeder, der diesen Weg einmal beschritten hat weiß es: Durch konkretes Tun des Gelernten lernt man am meisten. Man lernt immer noch weiter dazu. Das schenkt wahre Befriedigung und Freude an der Arbeit.

Beachte dabei sorgfältig: Versuche nie, eine der genannten Stufen zu überspringen. Es wird dir nicht helfen. Ich kann etwas, z.B. eine chemische Formel gehört und in diesen Augenblicken auch verstanden haben. Wenn ich sie mir nicht gut eingeprägt habe und mich im Prüfungsfall nicht an sie erinnere, werde ich sie nicht richtig wiedergeben können. Es geht einfach nicht. (Gehörtes sich einzuprägen, ohne es verstanden zu haben, nützt nichts.)

Nur der hat etwas richtig gelernt, bei dem das Gelernte in seinem Alltag entsprechenden Ausdruck findet. Jemanden, der das Elektriker-Handwerk gut gelernt hat erkennt man daran, dass er komplexe Elektrosysteme einrichten kann. Erkennt man dein Christsein daran, dass dein Verhalten Jesus ähnelt?

Ich betonte: „Auf wen du hörst, von dem lernst du.“ Ich ergänze: „Wem du gehorchst, dem gehörst du.“ So sagt es Paulus in Römer 6,16: „Wenn ihr euch jemand unterstellt und bereit seid, ihm zu gehorchen, seid ihr damit seine Sklaven.“ Nur wenn dein Tun und Lassen, dein Wünschen und Wollen, dein Verhalten und Benehmen von Jesus Zeugnis ablegt, bist du ein echter „Jünger“ (= Lernender) Jesu Christi. Wer das Gelernte nicht ausübt, hat nicht richtig gelernt.

Natürlich werden wir solange wir in diesem Körper leben niemals vollständig richtig HÖREN, VERSTEHEN, EINPRÄGEN, ERINNERN und TUN, aber wir tun es in der Hoffnung, dass es eines Tages, wenn wir Jesus sehen, vollkommen sein wird.

Hier ist hoffentlich auch dem Letzten klar, dass diese Punkte in jeder Evangelisation und jeder Jüngerschaftsbeziehung bekannt und angewandt werden müssen. Nur so wird das Ziel Gottes, unsere Veränderung in das Bild Seines Sohnes Jesus Christus erreicht, „..damit wir zum Lob Seiner Herrlichkeit dienten..“ - Amen



Manfred Herold

Manfred Herold